„Du bist Boel (3 Mal zu sagen) ï-ï-ï-a-a-a Tat-Tat-Tat, der, welcher allein das Licht spendet, der Urheber des Feuers, in dessen Munde das Feuer ist, welches des Rauches entbehrt. Du lebendiger, unsterblicher Gott, du großer Gott, der du im Feuer ruhst, der im Pfuhle des Feuers weilt, welches das Meer des Himmels bildet, in dessen Hand die Jugend und die Kraft des Gottes ist, steige heraus aus dem Pfuhle jenes Feuers, erscheine du diesem Kinde, sofort! Laß es mir Antwort geben auf alles, was ich im Begriff stehe ihn zu fragen, sofort! Sonst werde ich dich verachten am Himmel im Angesicht der Sonne, werde ich dich verachten im Angesicht des Mondes, werde ich dich verachten auf der Erde, werde ich dich verachten im Angesicht dessen, welcher auf dem Stabe weilt und den Rauch erzeugt und in dessen Hand die Jugend und die Kraft des Gottes ist, d. h. Peperi-Pater-Emphe, der zweimal große Gott, in dessen Hand der schöne Stab ist, du, welcher einen Gott entstehen läßt, ohne daß ihn ein Gott entstehen ließ.
„Schenke die Stärke der Augen diesem Kinde, welches meine Zauberschüssel heute trägt, damit es dich sehe, damit seine Ohren dich hören. Indem du sprichst, frage es nach allen Angelegenheiten und nach allen Dingen, um welche ich es befragen wollte, sofort!
„Großer Gott, Sisaoth-Achrempto, komme hier herein aus dem Pfuhl jenes Feuers, du, der du auf dem Berge von Kabaon ruhst. Takrtat, der welcher nicht stirbt, sondern in Ewigkeit hinlebt, tritt herein! Nahe dich, großer Boel-Arbeth bai nuthi, du großer Gott, nahe dich Boel-Tat, nahe dich Boel!
„Indem du dies siebenmal über das Kind sagst, erwecke es wieder und frage es, ob das Licht da war. Wenn das Licht nicht zum Vorschein gekommen war, so laß das Kind mit seinem eigenen Munde also zur Lampe reden: „Wachse, o du Licht, erhebe dich, du Licht, leuchte, du Licht, erscheine du Licht des Gottes, damit ich salben kann den Gott, in dessen Hand das Schicksal des heutigen Tages liegt und der mich befragen wird.
„Sobald er sich diesem Kinde in der betreffenden Stunde offenbart hat und sobald du dies über das Kind gesprochen hast, laß es auf die Lampe schauen. Erlaube nicht, daß es nach einem (andern) Gegenstande des Hauses, außer der Lampe allein, schaue. Sollte es nicht danach schauen, sondern sich umdrehen, so thue alles, was folgt. Wenn du bestehst auf deine Befragung, so kehre es (das Kind) nach dir um, bringe es in Schlaf und sage über es den andern unten folgenden Spruch her, nämlich, während die Götter ankommen und das Kind sich umwendet, indem es sie schaut: Archechemphe-Zeu-Hele-Satrapermet.“
Die Lichterscheinungen, welche das Kind sieht, bilden eine ständige Beigabe in den merkwürdigen Texten. Sie sind ein Anzeichen, daß die Dämonen erschienen sind, um ihre Hilfe anzubieten. Ich habe nicht nötig, auf manche Einzelheiten noch besonders hinzuweisen, welche an die modernen Manipulationen beim Hypnotisieren lebhaft erinnern, wie das Streichen mit der Hand, das Fixieren des Auges und anderes, das den Beweis für die wirkliche Kenntnis des Hypnotisierens im Altertum mindestens im dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wesentlich verstärkt. Alles ist schon einmal dagewesen und es giebt nichts neues im Lichte der Sonne sagt ja schon Ben-Akiba.
Litteraten zur Moseszeit.
Langjährige Untersuchungen und gründliche Forschungen auf dem Gebiete der Sprachwissenschaft haben die Beweise geliefert, daß kein Gebot und keine Macht der Welt imstande ist, der Sprache ein neues Urwort oder Wurzelelement hinzuzufügen. Die Sprachen wachsen, d. h. sie nehmen in der geschichtlichen Entwickelung ihres Bestehens an Formenreichtum und Formenschönheit zu, aber neue Wurzeln in ihren Boden zu senken, erscheint ebenso unmöglich, als den Elementen, aus welchen die materielle Welt zusammengesetzt ist, ein vorher unbekanntes, neues zuzuführen.
Der Litterat, der gebildete Schriftsteller im besten Sinne des Wortes, ist der Pfleger der Sprache. Er tritt aus dem beschränkten Kreise der Sprache des ungebildeten Volkes heraus und veredelt dieselbe in der schriftlichen Darstellung seiner Gedanken, mögen dieselben die gegebene Wirklichkeit oder eine nur eingebildete phantastische berühren. Die Formenvollendung und der schwunghafte Ausdruck seiner Sprache bis zum Wortklang hin wird sich in dem Maße steigern, als die dichterische Stimmung ihn gleichsam zu den Sternen erhebt.
Auch nach einer anderen Richtung hin wird die zunehmende Kultur in Verbindung mit der wissenschaftlichen Erkenntnis im Laufe der vorwärtsschreitenden Zeit eine Art von Umbildung der Sprache schaffen, durch welche einer großen Zahl ihrer Wörter neben ihrer ursprünglichen eine neue, abgeleitete Bedeutung verliehen wird. Den späteren Forscher auf dem Gebiete der modernen Sprachwissenschaft ruft daher das Studium des Wortes die ältesten Zustände und die einfachsten Erfahrungen und Kenntnisse einer längst vergangenen Vorzeit in das Gedächtnis zurück. Die Elle, die Hand, der Finger, der Fuß, die Spanne, bekannte Maßbezeichnungen in der Sprache der Metrologen, gehen auf die entsprechenden Teile des menschlichen Körpers zurück, nach welchen der älteste Mensch Längen zu messen gewohnt war. So entwickelte sich aus den einfachen, erfahrungsmäßig gewonnenen Kenntnissen der ältesten Schiffahrt zur See die Wissenschaft der Astronomie u. s. w., wobei das begriffliche Wachstum der alten Sprache des Handwerks gleichen Schritt mit der vorwärtsschreitenden, wissenschaftlich begründeten Erkenntnis hielt. Selbst die einer fremden Sprache entlehnte wissenschaftliche Terminologie führt im letzten Grunde zu einfachen Urwörtern und Urbegriffen zurück.