Almansor (immer noch mit dem Dolche sprechend). Ha, ha, ha!
Moralisieren, scheint es, will der Dolch!
Ich rate, schweig', denn schweigend sprichst du mehr,
Als mancher Moralist mit seinem Wortschwall.
Hassan (seufzend). Almansor ben Abdullah, was beginnst du?
Almansor (Hassan erblickend). Ha! ha! Du sprachst, zweibeinig kluges Ding!
Trägst du nicht Hassans Bart und Hassans Augen?
Bist du gar Hassan selbst? Das ist recht schön.
Wir wollen Abschied nehmen. Lebe wohl!
Gleich reis' ich ab!
(Zeigt ihm den Dolch.)
Sieh, diese schmale Brücke
Führt aus dem Land der Trauer in das Land
Der Freude. Drohend steht am Eingang zwar,
Mit blankem Schwert, ein kohlenschwarzer Riese, —
Der ist dem Feigen furchtbar, doch der Mut'ge
Geht ungestört hinein ins Land der Freude.
Ja, dorten ist die wahre Freude, oder —
Was doch dasselbe ist — die wahre Ruh'.
Dort summt ins Ohr kein überläst'ger Käfer,
Und keine Mücke kitzelt dort die Nase;
Dort fällt kein grelles Licht ins blöde Aug';
Und nimmer quält dort Hitz', und Frost, und Hunger
Und Durst; und was das beste ist, dort schläft man
Den ganzen Tag, und obendrein die Nacht.
Hassan. Nein, Sohn Abdullahs, feige ist der Schwächling,
Der keine Kraft hat mit dem Schmerz zu ringen,
Und ihm den Nacken zeigt, und zaghaft von
Des Lebens Kampfplatz flieht — steh' auf, Almansor!
Almansor (hebt eine Kastanie von der Erde). Durch wessen Schuld liegt diese Frucht am Boden?
Hassan. Durch Wurm und Sturm; der Wurm zernagt die Fasern,
Und leicht wirft dann der Sturm die Frucht herab.
Almansor. Soll nun der Mensch, die allerschwächste Frucht,
Nicht auch zu Boden fallen, wenn der Wurm,
(zeigt aufs Herz)