Fünfter Ritter (im Gespräch mit einer Dame). Heuraten werd' ich nimmermehr, Sennora.
Die Dame. Ihr scherzt, Ihr seid bei Laune, Don Antonio;
Ihr seid ein Damenfreund, und Freund der Liebe.
Fünfter Ritter. Ich liebe wohl die Myrte, ich ergötze
Mein Auge an dem frischen Grün der Blätter,
Erquicke mir das Herz an ihrem Duft;
Doch hüt' ich mich, daß ich die Myrte koche,
Um als Gemüse sie zu speisen, — bitter,
Sennora, bitter schmeckt ein solch Gericht.
Der Abt (im Gespräch mit seinem Nachbar). Das war ein herrliches Autodafé!
So etwas labt das Herz des frommen Christen,
Und schreckt die starren Sünder auf den Bergen —
(zu Aly)
Wißt Ihr die Nachricht schon vom Sieg der Unsern,
Und von der Heiden blut'ger Niederlage?
Sie haben sich zerstreut, unweit von hier
Durchstreifen sie die Gegend, —
Aly (nach der Türe sehend). Gott sei Dank!
Ich hab' es schon gehört, ehrwürd'ger Herr, —
Doch soll uns jetzt das Gaukelspiel ergötzen —
Der Harfenspieler (singt).
In dem Hofe des Alhambras
Stehn zwölf Löwensäul' von Marmor;
Auf den Löwen steht ein Becken
Von dem reinsten Alabaster.
In dem Becken schwimmen Rosen,
Rosen von der schönsten Farbe;
Das ist Blut der besten Ritter,
Die geleuchtet in Granada.