„Dann gnade Ihnen Gott!“

„Wenn nun Kühlemanns Nierensteine sich doch noch verziehen?“

„Sie haben die Verantwortung! Um meinen Kopf geht es auch!“ Wulckow ließ sich krachend auf seinen Sitz fallen. Er rauchte wütend. Als die Wolken zergingen, hatte er sich aufgeheitert. „Was ich Ihnen auf dem Harmoniefest gesagt habe, dabei bleibt es. Dieser Reichstag macht es nicht mehr lange, arbeiten Sie vor in der Stadt. Helfen Sie mir gegen Buck, ich helfe Ihnen gegen Klüsing.“

„Herr Präsident!“ Wulckows Lächeln schuf in Diederich einen Überschwang von Hoffnung, er konnte nicht an sich halten. „Wenn Sie es ihn unter der Hand wissen ließen, daß Sie ihm eventuell die Aufträge entziehen! An die große Glocke hängt er es nicht, das brauchen Sie nicht zu fürchten; aber er wird seine Anstalten treffen. Vielleicht verhandelt er –“

„Mit seinem Nachfolger“, schloß Wulckow. Da mußte Diederich aufspringen und seinerseits durch das Zimmer laufen. „Wenn Sie wüßten, Herr Präsident ... Gausenfeld ist sozusagen eine Maschine mit Tausendpferdekraft, und die steht da und verrostet, weil der Strom fehlt, ich will sagen, der moderne, großzügige Geist!“

„Den scheinen Sie zu haben“, meinte Wulckow.

„Im Dienst der nationalen Sache“, beteuerte Diederich. Er kehrte zurück. „Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal-Komitee wird sich glücklich schätzen, wenn es uns gelingen würde, daß Sie so gut sind, Herr Präsident, und bekunden der Sache Ihr geschätztes Interesse durch Annahme des Ehrenvorsitzes.“

„Gemacht“, sagte Wulckow.

„Die aufopfernde Tätigkeit seines Herrn Ehrenvorsitzenden wird das Komitee entsprechend zu würdigen wissen.“

„Erklären Sie sich mal näher!“ In Wulckows Stimme grollte es unheilvoll, aber Diederich bei seiner Angeregtheit überhörte es.