„Schlimm ist alles,“ murmelte Buck.

„Einen Spiegel!“ befahl Guste; und als der Diener ihn herausbrachte, wollte sie selbst ihn der Anklam vorhalten. „Erst an Ihnen, Liebste, kommen die Perlen zur Geltung,“ sagte sie entsagungsvoll. „Meine weißen Haare . . . Aber wie glücklich bin ich! Ein Gastgeschenk, wenn auch bescheiden, nach den so schönen Sommertagen, für die wir Ihnen und Ihrem verehrten Onkel zu danken haben.“

„Bitte, bitte,“ warf v. Popp hin.

Aber am Rande der Terrasse brach offenes Kampfgetümmel aus, war es zu glauben, zwischen dem Generaldirektor und seinem anspruchsvollen Knecht. Heßling, unter Berufung auf die Gewalt des Vorgesetzten, hatte es unternommen, in die Tasche Balrichs zu greifen. Hierauf ein leichter Stoß vor seine Brust, die halbe Treppe stolperte er rückwärts hinunter, — und zum Angriff zurückkehrend, heulte er auf:

„Er hat mich angerührt!“ — heulte und schlug um sich: „Vergriffen hat sich der Hund an mir!“

„Vergriffen hat sich der Hund!“ machte ein Echo, es war der Sohn Kraft; für sich selbst aber, bebend: „Der süße Hund!“ Der Sohn Horst wollte dem Arbeiter zu Leibe, flog aber im Bogen gegen den Teetisch. Da war alles auf den Beinen, nur Leni nicht. Atemlose Pause, nichts als das verhaltene Wimmern Gustes, die den Gatten und die Söhne vom Feinde umdroht sah . . . Inzwischen zog Hans Buck seine Mutter an der Hand, bis sie aufstand und mitging.

„Jetzt kommt das Schändlichste,“ sagte er, bleich und zitternd. Auch Buck Vater, mit kleinen Schritten, folgte ihnen.

Wer zuerst sich faßte, war Assessor Klotzsche. „Hier liegt Hausfriedensbruch vor! Außerdem Bedrohung und tätlicher Angriff!“ Er keifte mit Weiberstimme.

„Und Erpressung!“ heulte der Generaldirektor. Seinerseits schrie v. Popp: „Komischer Kauz!“ — und einem eisernen Gartentisch versetzte er einen Faustschlag. Er donnerte furchtbar, Guste, die Anklam und Gretchen kreischten und hielten sich vor dem eigenen Gekreisch die Ohren zu.

Der Arbeiter Balrich brach jäh eine Bahn durch die feine Welt. Er stieß und trat, so kam er hindurch. Als seine Schwester Leni ihn zur Seite hatte, schleuderte sie ihre Teetasse der Hausfrau zwischen die Füße, und vor dem Bruder her, der den Rückzug deckte, humpelte sie, in ihrem engen Rock gefangen, die Treppe hinab.