Erst hinter dem Gitter der Villa blickten die beiden Armen zurück auf die Besitzenden und ihre bewegte Kampfstellung. Leni zeigte ihnen die Zunge. Balrich sah in den Abendschatten, die heraufzogen, noch einmal aufschimmern das Haus und die Kränze schwanken.
Sie gingen. „Die haben es von dir bekommen,“ sagte Leni. „Aber auch von mir! Hast du mich gesehen?“
Fieberhaft lachend: „Das war das Beste vom ganzen Tag.“ Und sogar in die Hände klatschend: „Einmal mußte man es erleben, soll man schon hinausfliegen.“
Sie gingen lange, im Staub und in der rot rauchenden Dämmerung. Immer zögernder gingen sie. Die Schwester endlich versuchte zaghaft:
„Du sagst nichts. Ach! du bist müde. Und erst ich.“
In seinem Arm lehnend, den engen Seidenfetzen hinaufgezerrt bis zum Knie, schleppte sie sich. Der Bruder sagte:
„Komm! Ich trage dich.“
„Um die ganze Welt habe ich heute getanzt,“ murmelte sie, indes er sie hinaufhob. Da entstand fern ein Brausen, schon nah das Hupengeheul, und hier und vorbei war es, das Auto, das sie beide hingetragen hatte nach Villa Höhe. Staub nahm es auf, war es je gewesen? Eingehüllt in Staub geht der Arbeiter Balrich, auf den Armen seine Schwester, ihre schlafschweren Arme um seinen Hals, und sie, einschlafend, murmelt:
„Ach! lieber Karl, uns hilft nichts, wir sollen verloren sein.“
In Gausenfeld das Fest ging weiter bei Lichtern. Er kam ungesehen mit ihr in das Haus, über die leeren Treppen, — und hinter dem Bretterverschlag legte er sie auf ihr Bett. Sie seufzte im Schlaf; er wagte es nicht, ihre Füße, die um eine Welt getanzt hatten, freizumachen von den Schuhen. Aber er drückte seine Lippen ab, in dem Staub auf ihren Schuhen.