Um Balrich, der sich schmerzensvoll neigte, warf er die Arme, brach in Tränen aus an seiner Brust: „Wie wir elend sind!“ — und durch nichts getrennt, weinten sie.
Der Morgen wollte grauen, Hans schrak auf. „Du mußt fort, sie werden dich suchen.“ Balrich bewegte gleichgültig die Hand. „Wohin? Es ist unnütz.“
„Mein Rock dort, nimm das Geld heraus —“
Hans stockte; die Miene des Freundes erinnerte ihn daran, welches Geld er meine. „Gib es deinem Vater,“ riet Balrich. „Dein Vater ist dein Freund.“ Da er den Mund des Knaben zucken sah: „Willst du nicht heim?“ Der Knabe senkte den Kopf, er schämte sich; aber er ließ es zu, daß Balrich ihn ankleidete.
„Schicke hin,“ sagte er ihm ins Ohr. „Die Soldaten werden abgezogen sein und der Heßling noch nicht zurück.“
„War er denn fort? War gar nicht dort in der Nacht?“ Balrich lachte auf. „Wir hätten es wissen können, wir Stürmer.“
„Er ist schlau,“ sagte der Knabe; „wenn du ihm begegnest, hüte dich.“
„Jetzt kommt er zurück? Schon gut, ich gehe. Deine Leute werden dich holen. Lebe wohl, mein Bürschlein, mache es gut.“
„Mache du es gut,“ sagte Hans Buck tiefernst. Sie schüttelten einander die Hände, wie Männer, die weiter nichts sagen müssen.
Balrich schickte ein Kind zu dem Vater des Verwundeten; dann ging er hinüber nach der Brandstätte. In den Trümmern bewegte sich nur der Rauch; er sah umher. Die Nacht des Aufruhrs hob sich von diesen Trümmern, dieser Leere, — die Streikenden versteckt, fortgekrochen auch Dinkls, aber Klinkorum dahinten stand mit den Armen kreisend als leere Windmühle vor all dem Seinen. Balrich ließ ihn laut in die Luft plappern, er suchte in den Bäumen an der Straße nach einem Versteck.