Die schneidende Stimme des Gemeindesekretärs störte den Advokaten im Genuß der Huldigungen.
„Da haben wirs!“ — und Camuzzi wies nach dem Dom. Auf der Treppe drängten die Jungen sich und folgten gierig den Vorführungen des Konditorlehrlings. Seine Hände sah man hier und dort aus dem Kreis steigen und hörte den Chor lachen.
„Es ist keine Kunst, zu erraten, wovon die Bande sich unterhält.“
„Was meinen Sie denn, Camuzzi?“ fragte der Advokat, immerhin betroffen. „Ich habe keine Ahnung.“
Ein Blick auf die tief errötete Italia machte, daß er die Hand ans Herz legte.
„Ich versichere auf meine Ehre, daß der Junge nichts gesehen hat.“
Der Sekretär nickte ingrimmig.
„Jetzt schlägt ihm das Gewissen, dem alternden Lüstling, da er sein Werk sieht. Denn er verdirbt uns die Kinder. Die Jugend, ihr Herren, ist in Gefahr!“
„Das ist doch wohl übertrieben“, meinte der Advokat; und da er in den Gesichtern Zustimmung erkannte, richtete er sich kühner auf.
„Diese Rangen sind ja schlimmer als wir. Der Coletto vom Konditor Serafini ist mit der Kleinen abgefaßt worden, die beim Malandrini die Teller abspült. Ich rufe den Leutnant als Zeugen auf . . . Und im übrigen, ihr Herren, seht hier, seht den Priester!“