Er schielte auf seine Nase und massierte seine klotzigen Finger, um sie weiß zu machen.
„Die Herren verstehen sich“, sagte Flora Garlinda und sah, reglos lächelnd, gerade aus. Der Kapellmeister fuhr, die Hand gespreizt, vom Sitz; aber seine empörten Worte schienen ihm, noch bevor er sie aussprach, widerlegt durch dies Lächeln; schwer sank er zurück. Der Savezzo sagte:
„Sie wollten die Flasche, mein Herr? Ich bin der hiesige Vertreter für diesen Vermouth.“
Er redete weiter; der Kapellmeister dachte: „Ists möglich, daß sie mich mit diesem verwechselt? Aber sie hat recht; denn wem will ich beweisen, daß ich ihm nicht gleiche? Die sichtbare Tatsache ist, daß wir beide in einer kleinen Stadt sitzen und uns besser glauben, als die übrigen. Ich bins wohl gar nicht. Ich werde nichts können. Meine Trunkenheiten, die von schlechter Musik kommen, werden mir immer nur Übelkeit hinterlassen, wie der Rausch nach gefälschtem Wein. Ich will nicht mehr schreiben.“
Er betrachtete ihr Lächeln.
„Das wollte sie! Sie wollte mich demütigen und zur Verzweiflung treiben! Sie ist böse, ich hasse sie! — und würde doch keinen Menschen so gern an mich glauben machen wie sie!“
Aus ratloser Pein sagte er:
„Aber Sie selbst, Fräulein Flora Garlinda?“
Sie hob die Schultern.
„Ich? O! ich bin bescheidener als die Herren, weniger überzeugt von meinem Genie und seinem siegreichen Fluge. Ich werde sehr viel arbeiten: das ist alles, was ich weiß. Vielleicht werde ich wieder nach Sogliaco zurückkehren, vielleicht verbringe ich noch Jahre an solchen Orten. Fünf, mag sein sieben muß ich darangeben, bis ich Mailand erreiche. Dann aber —“