Plötzlich streckte sie ihm die Zunge heraus, — und rasch machte sie sich wieder an Polli, zu dem sie sich achtungsvoll bückte, wie Olindo getan hatte.
„Welch ein Weib!“
Der Advokat ward zu einer Geste hingerissen, für die kein Raum war; er schlug heftig gegen die Mauer. „Au au! . . . Ich fühle, daß ich Tollheiten für sie begehen könnte.“
Der Apotheker sagte vorwurfsvoll:
„Und dabei wirst du von einer Frau wie die Italia geliebt! Denn die Italia, ich scheue mich nicht, es zu sagen, hat etwas Göttliches, das dieser hier trotz ihren gelben Haaren fehlt.“
„Soll ich dir etwas sagen?“
Der Advokat drückte den Arm des alten Kriegers.
„Nimm dir die Italia! Ich lasse sie dir. Ich fühle, daß ich nicht werde treu sein können, weder ihr noch einer andern. Mich verlocken sie alle, ich schrecke vor dem Wort nicht zurück: alle. Die Beständigkeit des Bürgers hat mich im Grunde immer gelangweilt; ich war zur Lebensweise des Künstlers geboren, ich, und jetzt entdecke ich mein Temperament.“
Damit ließ er den Freund auf seinem Holzbein weiterstelzen, wie es ging, und eilte dem gelben Schopf nach und den breiten schaukelnden Hüften, die im Corso verschwinden wollten.
Als Polli und der Advokat, die Choristin zwischen sich, auf dem strohbesäten Platz vor dem Gasthause anlangten, begannen beide zu schreien. Polli schlug auf einen Tisch.