Er holte seine Frau und seine vier Kinder von den Sitzplätzen und schob die ganze Herde vor sich her.

„Wohin, Crepalini?“

„Ich will ein wenig nachsehen, wem die leere Loge gehört. Komm mit, Malagodi!“

Auch der Schuhmacher trieb die Seinen zusammen.

„Wir alle sind dabei, wenn es lustig wird!“ rief der dicke Zecchini und hieb mit seinem Bauch ein Loch in die Menge. Das ganze Parterre schlug Wogen, die aufbrüllten.

„Seid ihr dort unten etwa verrückt geworden?“ rief die Galerie. „Ruhe! Du willst wohl Prügel, Volksaushungerer? Keinen Ton hört man. Lauter, Maestro! Bring sie mit den Trompeten zum Schweigen!“

Die meisten bemerkten erst jetzt, daß der Kapellmeister da war und daß er dirigierte. Er sah sich nicht um nach dem Getöse und ließ, geneigten Kopfes, ganz sanft die Arme schweben, als sei er mit seinem Orchester allein. Der Bäcker Crepalini, der den Ausgang fast erreicht hatte, fuhr zurück, denn ein abgenagter Apfel war ihm heftig ans Ohr geflogen. Der Schuster Malagodi fühlte etwas Feuchtes auf seine Glatze klatschen, und droben jubelte eine Jungenstimme:

„Ins Zentrum!“

Auf einmal erstickte der ganze Lärm: es war dunkel, keine Lampe brannte mehr. Erschreckt suchte man einander ins Gesicht zu sehen. Im Saal war ein unterdrücktes, unbekanntes Hinundher von Keuchen und Scharren. Etwas Drohendes wälzte sich heran! „Was gibt es!“ In den Logen sprang man auf. Eine Frau rief:

„Himmel! man ermordet mich.“