„Alles geht dahin,“ sagte er traurig, „auch die Liebe zur Freiheit. Jetzt schließt man Pakte mit ihren Feinden. Alle werden schwach: du sogar bist es, Achille. Und ich selbst: — wer mir gesagt hätte, ich würde mit dem Priester verhandeln! Aber so ist es, und die Zeiten Garibaldis kommen nicht wieder.“

Er trat über die Schwelle und zog beschwerlich sein hölzernes Bein nach.

Das Café „zum Fortschritt“ stand leer; die Gäste des Cafés „zum heiligen Agapitus“ wurden einer nach dem andern von ihren Frauen zum Essen geholt. Als die letzten fort waren, erschien der Leutnant Cantinelli mit zwei seiner Untergebenen. Sie machten mit ihren gefiederten Dreimastern, ihren Säbeln und rotgesäumten Fräcken die Runde um den Platz, wobei sie die Spuren des Kampfes vom Boden auflasen. Vom Gevatter Achille, der ihnen etwas zu trinken anbot, ließ der Leutnant sich über den Verlauf berichten.

„Wir haben nicht eingreifen wollen“, erklärte er. „Ein Zwist der Bürger ist ohnedies nichts Schönes; durch die Dazwischenkunft der bewaffneten Macht wäre er vielleicht grausam geworden, und wir sind nicht grausam . . . Fontana, Capaci, beim Brunnen sehe ich einen Halskragen und eine Krawatte.“

Der Gevatter Achille war der Meinung, sie gehörten dem Barbier Bonometti.

„Er hat sich schlimme Püffe geholt. Der Apotheker hat ihn einreiben müssen.“

„Was für eine häßliche Sache!“ sagte der Leutnant. „Fontana, du wirst ihm sein Zeug zurückbringen.“

Darauf stellte man Vermutungen an, ob die zweite Vorstellung der „Armen Tonietta“ heute abend stattfinden werde. Der Gevatter Achille äußerte Zweifel, aber Cantinelli beruhigte ihn. Der Mittelstand sei noch mehr interessiert an den Aufführungen, als die Herren. Die Handwerker spielten im Orchester, und keiner von ihnen werde seine zwei Lire verlieren wollen, noch die halbe Lira für seinen Jungen oder sein Mädchen, die im Chor mitsängen.

„Bevor es acht schlägt, werden wir sie kommen sehen.“

Als es acht schlug, hallten schon Schritte aus allen Gassen. Von den Herbergen beim Tor und von den Gasthäusern „zum Mond“ und „den Verlobten“, am Corso, strömten Scharen von Fremden über den Platz. Die Bürger mischten sich unter die Bauern; sie verständigten sich mit Achselzucken.