Über die letzten Stufen kroch er auf den Händen. Im Klostergarten war niemand; zwischen den Säulen des Hofes schlug einsame weiße Sonne das Pflaster; das Tor stand offen. Draußen sah Nello sich verwundert um; er hatte Lust, zu laufen und zu lachen. In der Treppengasse lächelte er jeder Frau zu. Manchmal blieb er stehen und überzeugte sich, daß der Himmel weit und blau war.
Auf dem Platz bewegte sich wenig, vor dem Café saß nur der Leutnant Cantinelli. Der schöne Alfò ordnete die Stühle. Nello ging mit leichtsinnigem Lachen auf ihn zu, aber der schöne Alfò verschwand rasch.
Vom Balkon des Rathauses sah Frau Camuzzi unverwandt herab. Nello bog hastig den Kopf weg; dann wendete er ihn langsam zurück und erwiderte ihren Blick. Schließlich lächelten sie beide ein wenig.
„Ich grüße Sie, Signora“, sagte Nello.
„Guten Abend, mein Herr“, sagte Frau Camuzzi; und nach einer Minute des Blickens und Lächelns:
„Heute abend also werden wir Sie zum letztenmal hören?“
„Ich singe doch nicht mehr.“
„Wie? Sie haben unser Fest im Klub vergessen?“
Sie lächelte schärfer.
„Was nimmt Ihnen denn alle Gedanken und macht Sie unsichtbar?“