„Gina, was hättest du getan, wenn die Stadt gebrannt hätte?“

„Gib dein Ohr her: ich wäre zu Renzo gelaufen.“

„Flüstere nur, ich habe es doch gehört; und wir wären uns auf halbem Wege begegnet, Gina.“

„Der Doktor Ranucci! Der alte Narr hat seine Frau im Hause eingeschlossen, um nachzusehen, was es gibt. Galileo Belotti aber hat ihr ins Fenster gerufen, die Stadt brenne. Jetzt schreit sie. Wir wollen dem Alten sagen, ein Mann sei bei ihr!“

„Ah! sind unsere Männer tapfer gewesen. Masetti! Chiaralunzi! ihr habt uns alle gerettet. Dir aber haben sie das Haus erhalten, Malandrini. Warum jammerst du? Deine Betten sind ein wenig naß geworden, das ist alles; aber deine Frau hat nicht darin gelegen, sie lag im Schuppen.“

„Sie lag im Schuppen!“

„Und du knauserst mit dem Wein? Du Glückspilz? Unsere Männer haben geschwitzt für dich!“

„Mein Mann schwitzt am meisten von allen“, sagte die Frau des Baritons Gaddi und zeigte dem Volk seine Hemdärmel.

„Man muß sagen, daß auch die Komödianten tapfer waren; sogar der junge, der doch mit dem Advokaten das Feuer angelegt hat. Warum ist er noch nicht im Gefängnis?“

„Redet keinen Unsinn!“ sagte der Schneider Chiaralunzi. „Als der Balkon herabfiel, wäre ich fast erschlagen: dieser aber hat mich fortgezogen.“