„Er ist ein böser Mann,“ — und Chiaralunzi schnob, daß sein langer Schnurrbart aufflog. „Er denkt nur an sich und seine Musik. Wir sind gut genug, sie ihm aufzuführen, dann dürfen wir verbrennen, wenn es uns gefällt.“

Blandini und Allebardi erklärten, sie sähen es wohl und hätten keine Lust mehr, heute morgen in der Messe des Maestro mitzuspielen.

„Geben Sie mir recht, Herr Mancafede!“ rief der Kapellmeister und fuhr sich durchs Haar, daß der Hut hinabfiel. „Sie selbst waren in Sorge um Ihr Warenlager, das immer noch keine Opernpartitur ist. Sollte ich sie dem Untergange aussetzen? Ich weiß, wieviel ich der Stadt schulde, und diesem Volk, das dieselbe Musik gefühlt hat wie ich, das ich liebe, von dem ich das Beste empfange. Aber danke ich ihm nicht besser mit Werken, als indem ich ein Haus rette? Was bedeutet ein Haus, das abbrennt, gegen Italien, gegen die Menschheit, die auf meine Werke wartet!“

Der Kaufmann Mancafede lächelte von unten, indes die andern murrten.

„Immerhin“, äußerte Polli, „zahlt Ihnen nicht die Menschheit Ihre hundertfünfzig Lire, sondern wir.“

Der Kapellmeister drehte die Augen nach oben. Dann maß er schweigend den Schneider, der weiter schalt. Abseits bemerkte der Advokat:

„Was alles mit uns vorgeht! Wie kommt es, daß diese beiden braven Leute sich hassen?“

„Ich benachrichtige die Herren, daß der Kaffee fertig ist“, rief der Gevatter Achille und schob seinen Bauch durch die Menge. „Man hat nicht geschlafen heute nacht, da glaubte ich dem geehrten Publikum zu dienen, indem ich meinen Kaffee extra stark machte.“

Er stellte sich in die Mitte.

„Alle ins Café ‚zum Fortschritt‘!“