Der Herr Giocondi wagte sich hervor:
„Seitdem der Advokat nichts mehr zu sagen hat, ist Euer Brot noch viel kleiner geworden, Crepalini. Wenn Ihr an der Macht wäret, müßten wir alle verhungern; —“ und der Herr Giocondi blinzelte dem Volk zu, das ihm recht gab. Er kehrte, den Bauch heraus, zu den Herren unter dem Chor zurück.
„Mut!“ sagte er. „Ich haue euch alle heraus, und ich rette den Advokaten. Seit ich mit Don Taddeo gesprochen habe, geht alles gut. Die Tätigkeit eines Versicherungsinspektors ist die beste Schule für Diplomaten.“
Der Savezzo war da und sagte zwischen den Zähnen:
„Und die Herren glauben, der Advokat werde nicht erfahren, daß Sie alle von ihm abgefallen waren? Er wird es erfahren, ich schwöre es Ihnen.“
„Nicht antworten!“ raunte der Herr Giocondi dem Apotheker zu, der schon losfuhr. „Man muß vorsichtig sein in unserer verwickelten Lage.“
Und alle zogen sich zurück von dem Savezzo. Er hörte ein Hüsteln und fand sich neben der Bank, worin Frau Camuzzi kniete. Der Spitzenschleier stand weit um ihren Kopf; niemand konnte sie sprechen sehen.
„Unsere Sachen gehen schlecht, wie es scheint . . . Blicken Sie auf Don Taddeo! Er betet um unsere Würdigung; beten auch wir.“
Sie neigte sich tiefer; sie fingerte sanft am Rosenkranz. Er knirschte.
„Man kann es nicht leugnen. Der Tenor ist mir entkommen, und der Advokat, den ich getötet habe, kehrt zurück, wie ein Gespenst.“