„Jawohl, jawohl. Aber Sie sagten, daß aus diesem Hause jede Frau dort oben —“
„Jede kommt ins Kloster,“ — und der Advokat schob mit gespreizter Hand alle Hoffnung fort.
„Aber heutzutage —“
Nello mußte hinunterschlucken.
„— ist man aufgeklärt, nicht wahr?“
Da der Advokat nur die Luft ausstieß:
„Auch wird ein alter, alleingebliebener Mann sich nicht früher als nötig von seiner Tochter trennen.“
„Nötig? Sie wissen also nicht, was solch ein Fanatiker nötiger hat: die Liebe einer Tochter oder den Segen der Pfaffen? O! mein Herr, es ist nur allzu gewiß, daß unserer Gegend ein großer Schade bevorsteht und eine unserer reichsten Erbinnen in sträflicher Weise der Welt, der bürgerlichen Gesellschaft, dem Familienleben und dem gemeinen Nutzen entzogen werden wird!“
Die Miene des Fremden hatte auf einmal etwas Dunkles und Höhnisches.
„Gewiß wartete schon mancher auf sie? Und in der Stadt werden Sie einen Zirkel haben, wo Alba als junge Frau getanzt und Gedichte hergesagt hätte? Und den Armen hätte sie Suppe gekocht? Hätte auch Liebhaber gehabt? Vielleicht Sie selbst, Herr Advokat?“