„Ich werde für Sie beten“, sagte Frau Camuzzi. „Aber darum trägt dennoch der Schneider Hörner. Wie? Ein Mann von Ihrer Erfahrung merkt nicht den Zusammenhang? Die Frau des Schneiders und der Gennari kennen sich schon längst.“

Da der Alte zurückwich:

„Machen Sie sich doch sogar Zeichen! Man hat die beiden Tenore verwechselt und den Verdacht auf Sie geworfen, Cavaliere. Ist es zu verwundern, daß man den Besieger der Frauen in Ihnen sieht?“

Frau Camuzzi seufzte. Der Alte wendete angstvoll den Kopf umher.

„Er darf nicht mehr zu der Frau des Schneiders gehen“, jammerte er. „Wenn der Schneider aufs neue Mißtrauen faßt, schlägt er, ohne hinzusehen, mich tot. Ah! was für verwickelte Dinge. Nello!“

Frau Camuzzi packte hart seine Hände.

„Schweigen Sie! Schweigen Sie doch!“ zischelte sie, und ihr Mund stand verzerrt offen in ihrem kleinen, bleichen Kopf. Er hielt auf einmal still, er musterte sie aus gekniffenen Lidern. Sie ließ ihn sofort los und schlug die Augen nieder.

„Wie Sie mich quälen“, murmelte sie. „Schon so lange, ach, verrate ich Ihnen meine Eifersucht auf die Frau des Schneiders, aber Sie, Böser, wollen nichts sehen.“

Mit einem Ruck bekam der Alte eine Miene voll gnädiger Zärtlichkeit.

„Beruhigen Sie sich, nur meine allzu große Liebe zu Ihnen war schuld, daß ich nichts sah.“