„Die Sonne wärmt nun uns beide nie wieder. Wie es schon dunkel ist! Ich sehe mich nicht mehr in deinen Augen.“
Sie hatte das Messer gefunden; sie sagte:
„Wir Armen, die wir das Leben lassen mußten“; — und drückte es sich ins Herz.
Der Fensterladen hinter dem Turm klappte zu. Von den beiden dort am Rande des stillen, grellen Platzes zog sich, Strich um Strich, der Schatten zurück. Dann löste sich ein Glockenschlag, langsam und vergessen hallend . . . Als aber die zwölf gleichen Klänge vergangen waren, kam den Corso herauf ein dünnes Singen, eine Gespensterstimme mit einer Melodie, die kein Lebender kannte; — und der kleine Uralte trippelte geziert auf den Platz hinaus. Er zog den Hut, und er dienerte ringsum vor einer unsichtbaren Gesellschaft. Wie er jene beiden umarmt am Boden sah, wich er weit aus und legte, schelmisch lächelnd, den Finger auf die Lippen.
Dieses Buch wurde gedruckt bei
Breitkopf und Härtel in Leipzig
Folgende Bücher von Heinrich Mann sind früher erschienen:
Romane (bei Alb. Langen, München).
Im Schlaraffenland. Ein Roman unter feinen Leuten.
Die Göttinnen oder Die drei Romane der Herzogin von Assy.