„O! entschuldigen Sie, Herr Advokat. Ich hatte Sie nicht gesehen.“
„Machen Sie nur! Es ist mir eine Ehre“, rief der Advokat zurück und sprang umher, um dem fliegenden Schmutz zu entgehen. Frau Camuzzi blieb über das Fell gebeugt, das nun auf dem Gitter lag, war errötet und sah unverwandt dem Begleiter des Advokaten in die Augen. Der Tenor zog den Hut. Sie dankte langsam und sehr ernst. Der Advokat schnaubte nach dem Staube, durch den er gekommen war. Bevor sie das Café erreichten, blieb er nochmals stehen und flüsterte, Takt schlagend:
„Überlegen wir ein wenig: wäre es nicht eine wahre Schande, wenn ein Ignorant wie der Camuzzi eine solche Frau hätte, ohne auf die Dauer von ihr betrogen zu werden? Aber so sind nun die Frauen: gerade diese ist die treueste von allen.“
In diesem Augenblick erschien hager, in Weiß wie gestern und mit noch dickeren Säcken unter den Augen als gestern, der alte Tenor Giordano im Tor des Rathauses und hob langsam, damit der Brillant Zeit zu funkeln habe, die Hand an den Hut.
„Ah! Cavaliere.“
Der Advokat stürzte sich auf ihn. Er keuchte am Ohr des Alten:
„Sie haben das Glück, Cavaliere, bei einer unserer hübschesten Frauen zu wohnen. Von einem Manne wie Sie erwartet man, daß er solch Glück nicht ungenützt vorbeiläßt! Alle Augen sind auf Sie gerichtet!“
Der Alte winkte leichthin, als seien so viele Worte nicht nötig, — aber der Advokat legte, zurückweichend, den Kopf in den Nacken.
„Ist es möglich! Was ist das, was bedeutet das!“
„Wissen Sie das nicht?“ fragte der Cavaliere Giordano. „Eine Bogenlampe.“