Er zwang Italia, in seine aufgerissenen Augen zu sehen, und wies mit dem Daumen rückwärts. Der Advokat machte leise „Sst“. Polli raunte:

„Man sieht nicht hin.“

„Das ist doch schrecklich, immer solche Augen einer Unsichtbaren auf sich zu haben“, wiederholte Nello Gennari, den Blick gesenkt. Der Bariton nahm seine Uhrkette in die Hand.

„Ich sage nicht, daß es eine große Annehmlichkeit ist.“

„Was gibts? O was habt ihr?“ — und Italia hatte den Handrücken am Munde.

„Du hast Hornbreloques, Gaddi?“ fragte der alte Tenor. „Man sollte sie nie ablegen.“

Rasch und ohne sich umzuwenden, spreizte er zwei Finger gegen das Haus Mancafede.

„Was gibts, mein Gott?“ flehte Italia. „Ich will fort.“

„Was denn“, machte der Advokat. „Wir leben doch alle hier, und es tut uns nichts. Es ist ein Mädchen, das seit neun Jahren, ohne krank zu sein, das Haus nicht verläßt und dennoch alles weiß, was geschehen ist, und zuweilen auch, was noch nicht geschehen ist . . .“

„Man muß zugeben,“ — und der Gemeindesekretär lächelte spöttisch, „daß es ein wenig unheimlich sein mag, wenn man es noch nicht gewohnt ist.“