»Sehen Sie! Freilich nun wohl. So ziemt es sich für einen Schüler, der sich um den Lehrer wohl verdient machen möchte ... Sie, Lohmann, entschuldigt der Lehrer, denn Sie sind – immer mal wieder – als mente captus zu bezeichnen. Haben Sie doch eine unglückliche Liebe.«

Lohmann ließ die Arme sinken. Er war geisterblaß und seine Augen glühten so schwarz, daß die Künstlerin Fröhlich ihn mit Bewunderung anstarrte.

»Haben Sie etwa keine?« fragte Unrat, giftig frohlockend. »Sie machen Verse – ohne darum doch –«

»– das Ziel der Klasse zu erreichen?« ergänzte zaghaft die Künstlerin Fröhlich, denn sie kannte diese Wendung durch Kieselack.

Lohmann sagte sich: »Der Elende weiß es. Jetzt drehe ich mich um, gehe nach Haus, ersteige den Speicher, richte die Flinte gegen mein Herz. Und drunten am Klavier sitzt Dora. Das kleine Lied, das Dora singt, flattert herauf, und sein Flügelstaub schimmert bis in meinen Tod ...«

Die Künstlerin Fröhlich äußerte:

»Wissen Sie woll noch, wie Sie mich angedichtet haben?«

Sie fragte sehr sanft, mit einem Seufzer. Sie wünschte sich mehr von ihm. Sie hatte sich eigentlich immer viel mehr von ihm gewünscht, erinnerte sie sich jetzt; und fand ihn grausam; und auch ziemlich dumm.

»Und kommst du erst mal in die Wochen ... Na, wer is nu in den Wochen?«

Auch das. Sie wußten auch das. Lohmann wandte sich ab und ging zur Tür, verurteilt. Wie er den Griff in der Hand hatte, hörte er Unrat sagen: