»Vielleicht ... dann ...«
Da überholte Kieselack die beiden. Er schlich schon seit einer Weile hinter ihnen her. Er verkündete gellend:
»So blau. Unrat hat zehn Mark geblecht, ich hab' es ja durchs Schlüsselloch gesehn.«
»Du lügst – Schwein!« brüllte Ertzum und brach los gegen den Kleinen.
Aber Kieselack hatte dies vorausgesehen und war im Nu über alle Berge.
XI
Kieselack hatte gelogen. Unrat war weit entfernt, der Künstlerin Fröhlich Geld anzubieten: nicht aus Feingefühl; auch nicht aus Geiz; sondern – sie durchschaute dies – weil er nicht darauf kam. Es kostete sie viele Andeutungen, bis er sich wieder der Wohnung erinnerte, die er ihr hatte nehmen wollen. Als er dann davon sprach, sie in ein möbliertes Zimmer zu stecken, verlor sie die Geduld und verlangte bündig eine eigene Einrichtung. Unrat war tief erstaunt.
»Da du jedoch mit dem Ehepaare Kiepert zusammen zu wohnen pflegst ...«
Sein Geist war auf Erhaltung gerichtet; in so durchgreifende Umwälzungen mußte er sich erst hineindenken. Er arbeitete angestrengt.
»Wenn aber – aufgemerkt nun also! – das Ehepaar Kiepert die Stadt verläßt?«