Die Künstlerin Fröhlich schlang krampfhaft die Finger ineinander und löste sie wieder. Sie wendete den Kopf ratlos hin und her auf dem steifen Kragen ihres tea-gown. Die tausend Plackereien ihrer von Lieferanten, Liebhabern und Wucherern gehetzten Tage stürzten ihr alle auf einmal durch den Sinn; – und dort, in der ihr hingehaltenen Brieftasche war ein dicker Packen brauner Scheine.
»Wieviel?« fragte Lohmann ruhig; und immerhin vorsichtig: »Ich würde so weit gehen, wie ich kann.«
Sie hatte ausgekämpft. Sie wollte nicht gekauft sein, von Lohmann nun mal grade nicht.
»Nee, es is überhaupt nich wahr,« sagte sie. »Ich brauche nischt.«
»Um so besser. Andernfalls hätte ich mich geschmeichelt gefühlt, gnädige Frau –«
Er dachte flüchtig an Dora Breetpoot, und daß nun auch sie geldbedürftig und, wer weiß, für Geld zu haben sei?... Um der Künstlerin Fröhlich immer noch die Wahl zu lassen, legte er die Brieftasche geöffnet auf den Tisch.
»Platzen wir uns man endlich,« sagte sie, und heiter ablenkend:
»Haben Sie aber 'n gespicktes Portefölch!«
Da er in kühlem Schweigen blieb:
»Wie Sie all das Pinke Pinke bloß loswerden. Sie tragen ja nich mal Ringe an den Fingern.«