»Ach nee.«
»Man muß sich herausheben,« bestimmte Lohmann, »sich rein und hoch machen. Reiten, wie Parsifal. Ich werde wahrscheinlich bei der Kavallerie dienen und gleichzeitig die hohe Schule erlernen. Es gibt, von den Zirkusleuten abgesehn, in ganz Deutschland keine hundert Personen, die hohe Schule reiten können.«
Nun lachte sie ganz offen.
»Aber denn werden Sie ja selber 'n Zirkusfritze. 'ne Art entfernter Kollege von mir. Wie ich das finde.«
Seufzend:
»Wissen Sie noch, der Blaue Engel? Das war doch das Beste.«
Lohmann stutzte.
»Es kann sein,« versetzte er mit Überlegung, »daß das das Beste war. Die Epoche im ganzen.«
»Zu der Zeit konnte man woll lachen, man brauchte sich noch nich rumzuschlagen mit der ganzen Bande. Wenn ich denke, wie wir zwei beide zusammen getanzt haben, un denn kam Unrat, und Sie mußten durch das rote Fenster ... Wissen Sie woll, daß er noch immer mächtig scharf is auf Sie –« sie lachte erregt – »und Wurst von Ihnen machen möcht?«
Sie horchte immer mit einem Ohr nach der Tür; – und dabei sah sie Lohmann vorwurfsvoll an, weil er alles ihr überließ. Nun, dann wollte sie die Sache alleine machen. Sie hatte sich Lohmann in den Kopf gesetzt: vor allem, weil alle ihr erlaubt waren, und dieser einzige nicht. Das war ja nicht auszuhalten. Dann, weil ein bißchen trotzige Begierde noch aus den einfacheren Zeiten, deren sie jetzt mit Seufzen gedachte, dank Unrats Mißtrauen und seinem gräßlichen Haß wachgeblieben war, und nun durch Lohmanns erhöhte Überlegenheit und seine fremdartige Distinktion gereizt ward bis zum Schwindel. Schließlich: weil es gefährlich war. Weil die Luft um sie her mit Katastrophen geladen war und die Herbeiführung ihres Platzens ein Kitzel war für die Künstlerin Fröhlich.