Sie schmollte, von unten herauf. Unrat lugte nach dem Ofen und errötete vor Befriedigung; denn die Künstlerin Fröhlich hatte Lohmanns Sträuße verbrannt. Plötzlich geriet er in heftige Unruhe; der Gedanke war in ihm entsprungen, Lohmanns Sträuße durch zwei andere zu ersetzen, die er selbst der Künstlerin Fröhlich brachte!... Er stellte fest, daß die rote Gardine leer von Gesichtern sei. Und aufgeregt vom Drang, sich mit Lohmann zu messen:

»Mein liebes – nun doch immerhin – Fräulein, Sie haben gewiß gestern abend noch mit den jungen Leuten verkehrt?«

»Warum sind Sie auch so früh weggegangen? Was soll ich denn machen, wenn die andern reingetrippelt kommen ... Aber ich hab' ihnen mal die Wahrheit gesagt, besonders dem einen ...«

»Nun, das ist brav ... Und am heutigen Abend sind Sie, bei Ihrer Ankunft hier im Gasthause, gewiß draußen – immer mal wieder – den drei Schülern begegnet?«

»Wie mich das wohl glücklich macht.«

»Liebes Fräulein, falls Sie der Blumensträuße und des Sektes nicht entraten mögen, sollen Sie sie von mir bekommen. Es ist nicht zulässig, daß Sie dieser Dinge durch Schüler teilhaftig werden.«

Und wolkig gerötet, belebt, alle Gaben rätselhaft geschärft, erkannte Unrat ganz unvermittelt, daß mit dem »Stuß von dem dummen Jungen«, den die Künstlerin Fröhlich nicht noch einmal singen wollte, ihr Lied vom runden Mond gemeint sei, und daß dieses Lied eine Leistung Lohmanns sei! Er äußerte:

»Nicht nur das Lied vom runden Mond sollen Sie nicht wieder singen. Sie sollen gar keine Lieder des Schülers Lohmann mehr singen!«

»Und wenn ich derselben nicht entraten mag,« fragte sie, immer lächelnd von unten, »wollen denn Sie mir welche machen?«

Hierauf war Unrat nicht gefaßt. Gleichwohl versicherte er: