»Die angefressene Rose ist von dem kleinen Dicken da gleich hinterm Klavier.«
»Kindchen,« versetzte die Frau, »das is ja der Zigarrenfritze vom Markt. 'n feiner Mann. Kiepert käuft bei ihm. 'n großartiges Geschäft.«
»Was sagt Unrat nu?« fragte die Künstlerin Fröhlich.
Unrat sagte, dieser Schüler sei einer der Schlimmsten gewesen, und als Geschäftsmann könne er auch nicht viel taugen; denn er stelle ihm keine Rechnung aus, ohne seinen Namen das erste Mal mit einem falschen Buchstaben anzufangen. Die Frau meinte, das machte nichts. Unrat log, der Mann gelte für geschäftlich unsicher. Die Künstlerin Fröhlich, die ihn Feuer spritzen sah, drehte sich in den Hüften und roch an der angefressenen Rose.
»Sie haben auch an all und jedem was auszusetzen,« bemerkte die Frau. »Was wollen Sie da eigentlich mit, können Sie uns das woll erzählen?«
Und da Unrat schwieg:
»Sie selber stellen hier doch weiter nischt an.«
»Nee, er kommt auf nischt,« und die Künstlerin Fröhlich schlug sich aufs Knie, indes Unrat sich rosig bewölkte.
»Dann müssen Sie ihn alleine klug reden lassen,« verlangte die Frau, »und sich mit die Dümmern begnügen, die sind auch was wert, und wenigstens das Einfachste fällt ihnen manchmal ein. Sie verstehn, Rosachen. Ich hab' doch meine Gründe, nicht wahr, daß ich Ihnen so 'n Rat gebe, und ewig kann ich auch nich warten.«
Darauf ging sie, um mit Kiepert das Flottenlied zu singen. Die Künstlerin Fröhlich blieb in weinerlicher Erbitterung zurück.