„Wer denn? Aber nein!“
Und Lola bereute. „Ich habe ihn ausspioniert!“
Sie versprach ihm innerlich große Aufrichtigkeit und Güte. Als er eine Stunde später bei ihr anklopfte, war sie zum Ausgehen fertig.
„Sie sind sehr zuverlässig,“ sagte sie.
Er war befangen. Wie sie das Haus hinter sich hatten, fing er an:
„Sie haben mir mein gestriges Benehmen hoffentlich verziehen. Ich darf versichern, daß ich es bedauere und nicht mehr ganz begreife. Die Stimmung der Nacht war schuld, meine Nerven, und das so ungewöhnliche Zusammensein, das sie als Vorwand für eine Entladung nahmen.“
„Ich bitte Sie: wem wäre es anders ergangen. Man müßte schon Nerven haben wie der Fabrikant. Sie mögen mir’s glauben oder nicht, aber ich selbst habe noch eine Stunde lang am Fenster gestanden und den Mond angeschwärmt . . . Übrigens, darf ich Ihnen einen Rat geben? Sie sollten nie um Entschuldigung bitten. Sie sind zu bescheiden. Sie müssen die Leute fühlen lassen, daß Sie Ihren Wert kennen, und daß, wer ihn bezweifelt, sich eine Blöße gibt. Je mehr man aus sich macht, desto mehr ist man.“
„Zweifellos . . . Wenn nun aber das Urteil derer, denen ich erst imponieren müßte, mich gleichgültig läßt.“
„Dann — allerdings.“
Und sie wußte nicht, ob sie bewundern oder zweifeln sollte. Er hatte wohl mehr Mut, indem er die Meinungen verachtete, als wenn er sie zu erobern getrachtet hätte. Vielleicht aber machte er aus der Not eine Tugend? Bei ihm wußte man nie, was Stärke, was Schwäche war; und wenn er schwach schien, hatte sie schon erfahren, war er manchmal grade stark . . .