„Sie werden Glück haben, ich fühle das!“

Aus der Fülle seines Glaubens an sich selbst gab er Lola ab. Ihre Zukunft zeigte sich auf einmal besonnt. „Was will ich denn? Alles geht doch herrlich! Wie konnte ich mir neulich einbilden lassen, die Stimme sei in den Hals gerutscht und tremoliere?“ Denn sie hatte das Gefühl, daß diese Ängste ihr nur von Arnold eingegeben seien. Auch Mai hatte es.

„Siehst du jetzt, daß du eine große Sängerin bist? Als jener Deutsche wie ein Stock dabeistand, mußte er dich natürlich entmutigen!“

Pardi schlug die Noten um; er flüsterte ihr, über sie gebeugt, in den Nacken; und Mai bekam, in seinen Atem gehüllt, starr lächelnde Augen. Auch in ihrem Zimmer sah Lola sie abwesend lächeln. Mai hatte etwas Erweichtes und Verwirrtes, seufzte oft und warf die Augen, wie zum Sprechen, auf Lola. Doch schwieg sie, unter Nöten.

„Ist das Fältchen am Auge jetzt wirklich fort?“ fragte sie nach stundenlangen Bemühungen vor dem Spiegel. „Kann niemand sehen, daß es einmal da war?“

„Überhaupt bist du wieder in einer Zeit, Mai, wo du alle Tage jünger wirst.“

Ein neuer Anbeter: und Mai verjüngte sich. Wieder kam sie im Hemd, zum Gutenachtkuß, an Lolas Bett, Vertraulichkeiten auszutauschen, als ältere Schwester.

„Ich glaube, Pardi liebt mich. Hast du nicht auch den Eindruck? Gestern den ganzen Abend hat er sich mit mir unterhalten: die Anderen barsten; und heute, wie er mich in der Hängematte schaukelte, hat er mir Dinge gesagt . . .“

„Er sagt allen Dinge, Mai.“

„Mich aber liebt er: das ist ein Unterschied.“