„Ja — aber ich habe genug, ich bin müde.“

„Also sieben Millionen: merken Sie sich’s. Vielleicht, daß ich später meine Forderung einziehe.“

Sie versuchte, noch im Weggehen, zu lachen. Aber in ihrem Zimmer schloß sie die Läden, kämmte sich langsam und mochte noch lange das Licht nicht löschen.

„Wenn es nicht das alte Kinderspiel gewesen wäre, in dem ich immer gewonnen hatte!“

Aber erklärte dies wirklich ihr Grauen vor dem Scherz, der ihr eine Schuld an Pardi auferlegte: eine untilgbare, lebenslängliche?

Aus unruhigen Morgenträumen fuhr sie auf, unzufrieden, weil es schon so spät war. Vor Tag, erinnerte sie sich, war sie schon einmal aufgestanden, hatte das Fenster geöffnet und sich versprochen, in der stillsten Frühe in den Tau hinauszuwandern. Welche Erfrischung ihr das bringen sollte! Nun lasteten Sonne und Leben schon wieder schwer. Um nicht mit Pardi zusammenzutreffen, verzichtete sie auf das Frühstück, ging gleich ins Freie und war froh, den Gugigls mit Tini und Gwinner zu begegnen, sich in den Haufen bergen zu können. Auch Arnold war dabei, und wie die andern unter sich beschäftigt waren, begann er schon:

„Sie sind dieser Tage in Unruhe . . .“

Und das klang, als ob er Aufklärung, Ordnung für alles wisse; und Lola hielt sich schon vor, mit welchem Recht sie ihn verachten wolle, ihn abgetan glaube. Die Blumen? Wann hatte er vorgegeben, ihr zu huldigen?

Da kam aber Frau Gugigl dazwischen. Etwas Wichtiges war im Gange. Gugigl keuchte unter einem Sack: darin waren leere Farbentuben, deren Blei er einschmelzen wollte. Den Kessel trug Gwinner. Er stellte ihn auf den Grashügel. Tini und Frau Gugigl liefen nach Reisig. Gugigl leerte, unter Kommandorufen an die Helfer, den Sack in den Kessel, beaufsichtigte, entschlossenen Blickes, den Vorgang des Schmelzens, rührte in dem Brei, entfaltete, indes ihm die Frauen achtungsvoll zusahen, eine ernste und gespannte Tätigkeit.

„Einen Klump gibt’s, einen großartigen!“ verhieß er, heimlich fiebernd.