Sie kam zurück und fühlte sich ganz fremd und verachtend. Sie brauchte von dem hellen, lauten Tisch nur wegzublicken, — und ins Dunkel, jenseits der Terrasse, waren friedevolle Bäume gezeichnet und Waldwege, die stumm verrannen. Ganz erfüllt war sie noch von ihrem schönen Tag in Einsamkeit, und das zwischen Menschen galt ihr gleich.

Erst Tags darauf fühlte sie, daß ihre Abwesenheit Mai und Pardi einander irgendwie näher gebracht habe. Mai hatte ihr nur laue, etwas künstliche Besorgnis gezeigt, Pardi ihr keinen Auftritt gemacht. Als die andern von einer gestrigen Ruderpartie anfingen, schwiegen sie. Waren sie allein geblieben? Mai sah an Lola, die sie prüfte, vorbei. Lola tat keine Frage. Sie sprach mit vom Rudern. Pardi fiel ein:

„Sie wären gern dabei gewesen? Dann gehen Sie also heute mit! Ihre Mama verträgt die See nicht, ich leiste ihr Gesellschaft.“

Lola sah von ihm zu Mai. Sie suchte nach einer spöttischen Ablehnung. Plötzlich aber stieß sie hervor:

„Gut denn!“

Sie hatte sich geschämt! Als sie ins Boot stieg, bereute sie’s. Mai gab den Herren lauter Empfehlungen mit, zu Lolas Wohl. „Wie sie heuchelt!“ Lola dachte weiter: „Warum erlaube ich ihr, daß sie ihn mir wegnimmt! Gebe ich mich denn auf? Ich habe doch mein Recht aufs Glück!“ Sie beschloß: „Ich werde mich nicht mehr fortdrängen lassen! Ich kann ihn gerade so gut haben wie Mai. Er hat mir sogar gesagt, daß er Mai nur meinetwegen den Hof macht.“ Sie verlangte nach einer Bucht weit dort hinten; und wie eingewendet ward, ihr Vormund werde böse sein:

„Meinen Vormund nennen Sie ihn? Es fehlte noch, daß er’s wäre! Finden Sie ihn nicht, im Ernst, ziemlich anmaßend?“

„Wenn man einen unverschämten Menschen sucht,“ sagte Cavà frisch, „da hat man ihn.“

„Er geht so weit, daß er mir manchmal unsympathisch wird,“ sagte Botta.

„Das ist recht!“ — und Lolas üble Laune hob sich — „schimpfen wir ein bißchen auf ihn! Was wissen Sie von ihm, Marchese?“