„Vor aller Welt, noch gestern. Sie und Ihre Mama brauchen nur den Rücken zu wenden.“
Lola bebte vor Zorn.
„Das lassen Sie ihn sagen? Und Sie behaupten manchmal, Sie lieben mich.“
„Ich liebe Sie,“ wiederholte Nutini, durchdrungen. Gleich darauf nahm sein Gesicht einen anderen Faltenwurf an.
„Was den Herrn Pardi betrifft, verachte ich ihn zu tief, um seine Prahlereien wichtig zu nehmen. Niemand nimmt sie wichtig. Übrigens macht er mich nicht eifersüchtig, denn ich habe die Überzeugung, daß er es viel mehr auf Ihre Mama absieht.“
Lola zuckte zusammen. Vergebens hielt sie sich vor: „Nur aus Feigheit spricht er so.“ Sie fühlte sich tief niedergeschlagen und rätselhaft gefangen, wie mit Stricken aus Luft. Nutinis Ränke, Pardis Unzuverlässigkeit, Mais Schwäche und Lolas eigene Ängste würden immer so weiter gehen. Eine atemlose Ungeduld quälte sie auf einmal. Keinen Augenblick länger durfte dies alles dauern. Sie machte eine Bewegung, als risse sie sich los.
„Daß ihr Männer, kaum daß ihr unter euch seid, von uns Frauen so redet, das ist mir nichts Neues. Sie erinnern sich, was ich einmal, auf meinem Balkon, von euch zu hören bekam.“
Nutini legte die Hand aufs Herz.
„Ich war nicht dabei: vergessen Sie das nicht.“
„Auch Sie hätten dabei sein können. Was würde das ändern. Nur von Pardi glaube ich nichts.“