„Und in Nachteil zu kommen gegen alle,“ sagte Lola bitter, „weil alle weniger Gewissen haben. Mein Mann betrügt mich, aber kann ich’s ihm erwidern? Ich wußte voraus, was ich tat, mein Trieb zu ihm war nicht blind wie seiner zu mir. Was diese hier nicht bindet, mich bindet es. Und ich habe den Sinnen ein für alle Male das Ihre gewährt; ich verachte sie. Mir ist oftmals, als verachtete ich das Glück selbst; als wünschte ich mir auch von Ihnen nur Leiden.“

Er sagte mit wankender Stimme:

„Sie sind krank; könnte ich Sie heilen!“

Sie schwiegen. Ein Glockenton sprang munter herbei; barsch holte ein anderer ihn ein; und singend und drohend stürmten viele durcheinander. In den englischen Gruß hinein sprach Lola, leise und klar:

„Wir wissen beide, nicht wahr, daß wir uns nie gehören werden.“

Das Getümmel der Klänge lichtete sich; der letzte ging dröhnend unter. Beide bleich, saßen Lola und Arnold, aus ihren Sesseln ein wenig vorgeneigt, in einer schneidenden Stille sich gegenüber.

Da, Lola zuckte leicht auf, stand im Türvorhang Pardi und sah ihnen zu. Er trat heraus, den Blick noch immer vom Spähen fest. Bei seinem Lächeln, sah Lola, hatte er die Zähne hart geschlossen; — und dann sagte er, als bedächte er’s nicht, und dennoch höhnisch:

„Ein alter Bekannter! Sie haben den Weg zu uns gefunden, mein Herr?“

„Und wie geht es meinem Freunde Gugigl? Ich bedaure noch immer, daß aus unserm Duell nichts geworden ist.“

Er lachte.