„Ich werde euch zeigen, wie ich ruhig bin!“
Er keuchte; seine niedergestoßene Faust zitterte. Auf einmal spaltete und krümmte sich sein Mund, vor Wut leidend, wie das Maul einer pfauchenden Katze; den Augen entwich die Besinnung; alles zu lange Verhaltene brach aus den plötzlich zerrissenen Zügen.
„Ich werde so ruhig sein, daß ich euch beiden den Hals umdrehe!“
Er nahm vom Tisch eine Tonfigur, schloß die Faust, — und zu Boden rann Staub.
„Ah! Du hast geglaubt, das gehe mit mir? Sie hat es geglaubt! Ich bin dir nicht recht, du magst nicht mit mir schlafen: deine Sache, ich tröste mich. Aber wehe, nimmst du einen Liebhaber! Er ist einer; sage nicht, daß er’s nicht werden soll! O, ich weiß, du bist eine verlogene Fremde. Eine Frau meiner Rasse würde wohl mir, aber nicht sich selbst vorlügen, daß dieser nicht ihr Liebhaber werden soll. Wenigstens wäre sie eine grade Dirne, und du bist eine krumme. Ich, ein Ehrenmann, verachte dich! Was nicht hindert, daß ich meinen guten Ruf verteidige und mit Euch beiden, treffe ich Euch das nächste Mal beisammen, ein Ende mache!“
Er war hinaus. Lola zitterte und wußte sich bleich. Er tötete sie und ihn! Sein Gesicht war furchtbar gewesen. Wie sollten sie ihm entgehen. Welche Worte konnten ihn beschwichtigen. Sie fühlte sich feige. Sterben? Jetzt, da Arnold gekommen war, sterben? Ihn nur wieder gefunden haben, um ihn und das Leben zu verlieren? „Ich kann nicht! Ich kann nicht ein Leben lassen, in dem er ist! Hin zu ihm! Fliehen!“
„Vergesse ich? Ich bin gebunden. Es wäre vergeblich, zu fliehen; ich würde nicht ertragen, feige gewesen zu sein und verraten zu haben. Und ich habe kein Recht, keins. Er, der uns töten will, hat Rechte: ich nicht. Es ist nicht genug, daß ich treu bin; ich darf ihm nicht den Verdacht auferlegen, ich sei schuldig. Nicht einmal fälschlich darf ich ihn entehren. Ich muß leben, wie die unreine Beschränktheit um mich her es will; denn ich habe mich ihr verkauft für Lüste; und ich darf Arnold nicht wiedersehen.“
Sie rang.
„Aber ich leide tödlich. Arnold wird mir nicht glauben, wird mich für falsch und wankelmütig halten und mich verachten. Ich selbst soll mich ihm verleumden? Das ist mehr, als jener von mir fordern darf. Ich nehme ihm einen Ruf, den er nicht verdient; er aber nimmt mir das Leben, wenn er mir Arnold nimmt!“
Aber sie wußte, unerbittlich: