Über eine leiterartige Stiege gelangten sie auf einen Flur aus Brettern, die sich bogen. Das Zimmer war voll vom feuchten Duft des weiten, schwarzen Landes. Wie Lola sich aus dem Fenster lehnte, geschah in ihrer Nähe ein Poltern wie von Pferdehufen auf Holz; und da tauchte der Kopf des Tieres in den Schein ihrer Kerze. Ein alter Herr ritt eine flache hölzerne Brücke hinauf, bis vor eine Tür im ersten Stock. Er stieg ab; und das Pferd ward vom Knecht gewendet und hinabgeführt.

Mai rief, durch die Spalten der Holzwand hindurch, nach Lola. Mai wußte nicht, wo sie ihre Toilettengegenstände ausbreiten sollte. Wenn die Koffer kämen, wohin dann mit den Kleidern. Dieser Schrank sei lächerlich.

„Er ist schön geschnitzt und bemalt. Er ist alt, weißt du.“

„Diese Fremden sind genügsam, daß sie sich mit alten Sachen begnügen.“

Mai gebrauchte noch immer ihren heimischen, verachtungsschweren Ausdruck für die „Fremden“ und meinte damit alle Europäer.

„Wenn man sich anzieht wie sie, die Dienstmädchen gleichen, genügt wohl solch ein Schrank.“

Und Mai schüttelte das wacklige Möbel.

Zweimal klopfte die Magd an; endlich holte Frau Gugigl selbst sie hinunter. Um den quadratischen Ecktisch und unter der Hängelampe saßen auf den Wandbänken, auf lehnenlosen Schemeln und auf Stühlchen mit einem Herzen im Rücken, schon alle beim Abendessen. Gugigl rief ihnen entgegen:

„A Gullasch ham mer.“

„Leitmotiv des Ästheten,“ erläuterte Gwinner.