Rosalie. Er weiß es nicht! Ihr klagt, und ich, vor Freuden möcht ich hüpfen. Er steht im Wahn, daß die, die hier gesessen, Sybille, meine Mutter, sei gewesen; Und nimmer war ein Zufall glücklicher Als daß sie just in Eurem Zimmer war; Schnee, im Gebirg gesammelt, wollte sie, Zum Waschen eben Euch ins Becken tragen.
Kunigunde. Du sahst, wie er mich prüfte, mich ermaß.
Rosalie. Gleichviel! Er traut den Augen nicht! Ich bin So fröhlich, wie ein Eichhorn in den Fichten! Laßt sein, daß ihm von fern ein Zweifel kam; Daß Ihr Euch zeigtet, groß und schlank und herrlich, Schlägt seinen Zweifel völlig wieder nieder. Des Todes will ich sterben, wenn er nicht, Den Handschuh jedem hinwirft, der da zweifelt, Daß ihr die Königin der Frauen seid. O seid nicht mutlos! Kommt und zieht Euch an; Der nächsten Sonne Strahl, was gilts begrüßt Euch, Als Gräfin Kunigunde Wetterstrahl!
Kunigunde. Ich wollte, daß die Erde mich verschlänge!
(Ab.)
Szene: Das Innere einer Höhle mit der Aussicht auf eine Landschaft.
Zehnter Auftritt
Käthchen, in einer Verkleidung, sitzt traurig auf einem Stein, den Kopf an die Wand gelehnt. Graf Otto von der Flühe, Wenzel von Nachtheim, Hans von Bärenklau, in der Tracht kaiserlicher Reichsräte, und Gottschalk treten auf. Gefolge, zuletzt der Kaiser und Theobald, welche in Mänteln verhüllt, im Hintergrunde bleiben.
Graf Otto (eine Pergamentrolle in der Hand). Jungfrau von Heilbronn!
Warum herbergst du, Dem Sperber gleich, in dieser Höhle Raum?
Käthchen (steht auf). O Gott! Wer sind die Herrn?