Graf Otto. Seid uns gegrüßt, Herr Graf!

Der Graf vom Strahl.—Was bringt Ihr mir?

Graf Otto. Ein kaiserliches Schreiben dieser Jungfrau! Befragt sie selbst; sie wird es Euch bedeuten.

Der Graf vom Strahl. O Herz, was pochst du? (Zu Käthchen.) Kind, was hältst du da?

Käthchen. Weiß nit, mein hoher Herr.-Gottschalk. Gib, gib, mein
Herzchen.

Der Graf vom Strahl (liest). "Der Himmel, wisset, hat mein Herz gestellt, Das Wort des Auserwählten einzulösen. Das Käthchen ist nicht mehr des Theobalds, Des Waffenschmieds, der mir sie abgetreten, Das Käthchen fürderhin ist meine Tochter, Und Katharina heißt sie jetzt von Schwaben."

(Er durchblättert die andern Papiere.) Und hier: "Kund sei"—Und hier: "das Schloß zu Schwabach"-(Kurze Pause.)

Nun möcht ich vor der Hochgebenedeiten In Staub mich werfen, ihren
Fuß ergreifen, Und mit des Danks glutheißer Träne waschen.

Käthchen (setzt sich). Gottschalk, hilf, steh mir bei; mir ist nicht wohl!

Der Graf vom Strahl (zu den Räten). Wo ist der Kaiser? Wo der
Theobald?