Flammberg. Auf der Burg zum Stein, wo ihr schon seit drei Tagen Prunkgelage gefeiert werden, daß die Feste des Himmels erkracht, und Sonne, Mond und Sterne nicht mehr angesehen werden. Der Burggraf, den sie verabschiedet hat, soll Rache kochen, und wenn Ihr einen Boten an ihn absendet, so zweifl' ich nicht, er zieht mit Euch gegen den Rheingrafen zu Felde.
Der Graf vom Strahl. Wohlan! Führt mir die Pferde vor, ich will reiten.—Ich habe dieser jungen Aufwieglerin versprochen, wenn sie die Waffen ihres kleinen schelmischen Angesichts nicht ruhen ließe wider mich, so würd ich ihr einen Possen zu spielen wissen, daß sie es ewig in einer Scheide tragen sollte; und so wahr ich diese Rechte aufhebe, ich halte Wort!—Folgt mir, meine Freunde!
(Alle ab.)
Szene: Köhlerhütte im Gebirg. Nacht, Donner und Blitz.
Vierter Auftritt
Burggraf von Freiburg und Georg von Waldstätten treten auf.
Freiburg (in die Szene rufend). Hebt sie vom Pferd herunter!—(Blitz
und Donnerschlag.)—Ei, so schlag ein wo du willst; nur nicht auf die
Scheitel, belegt mit Kreide, meiner lieben Braut, der Kunigunde von
Thurneck!
Eine Stimme (außerhalb). He! Wo seid Ihr?
Freiburg. Hier!
Georg. Habt Ihr jemals eine solche Nacht erlebt?