Gräfin. Mein Fräulein, Ihr demütigt mich. Ich kam, Um Eure Stirn zu küssen, und zu fragen, Wie Ihr in meinem Hause Euch befindet?
Kunigunde. Sehr wohl. Ich fand hier alles, was ich brauchte. Ich hatte nichts von Eurer Huld verdient, Und Ihr besorgtet mich, gleich einer Tochter. Wenn irgend etwas mir die Ruhe störte So war es dies beschämende Gefühl; Doch ich bedurfte nur den Augenblick, Um diesen Streit in meiner Brust zu lösen.
(Sie wendet sich zum Grafen.) Wie stehts mit Eurer linken Hand, Graf
Friedrich?
Der Graf vom Strahl. Mit meiner Hand? mein Fräulein! Diese Frage, Ist mir empfindlicher als ihre Wunde! Der Sattel wars, sonst nichts, an dem ich mich Unachtsam stieß, Euch hier vom Pferde hebend.
Gräfin. Ward sie verwundet?—Davon weiß ich nichts.
Kunigunde. Es fand sich, als wir dieses Schloß erreichten, Daß ihr, in hellen Tropfen, Blut entfloß.
Der Graf vom Strahl. Die Hand selbst, seht Ihr, hat es schon vergessen. Wenns Freiburg war, dem ich im Kampf um Euch, Dies Blut gezahlt, so kann ich wirklich sagen: Schlecht war der Preis, um den er Euch verkauft.
Kunigunde. Ihr denkt von seinem Werte so—nicht ich.
(Indem sie sich zur Mutter wendet.) - Doch wie? Wollt Ihr Euch,
Gnädigste, nicht setzen?
(Sie holt einen Stuhl, der Graf bringt die andern. Sie lassen sich sämtlich nieder.)