Der Graf vom Strahl. Mein Fräulein, in der Tat, ich muß gestehn-Kunigunde. Welch ein besondrer Eifer glüht Euch an?—Was ist dies für ein Kind?

Der Graf vom Strahl.—Es ist die Jungfrau, Die heut mit so viel Eifer uns gedient.

Kunigunde. Bei Gott, und wenns des Kaisers Tochter wäre! - Was fürchtet Ihr? Das Haus, wenn es gleich brennt, Steht, wie ein Fels, auf dem Gebälke noch; Sie wird, auf diesem Gang, nicht gleich verderben. Die Treppe war noch unberührt vom Strahl; Rauch ist das einzge Übel, das sie findet.

Käthchen (erscheint in einem brennenden Fenster) Mein Fräulein! He! Hilf Gott! Der Rauch erstickt mich! - Es ist der rechte Schlüssel nicht.

Der Graf vom Strahl (zu Kunigunden). Tod und Teufel! Warum regiert
Ihr Eure Hand nicht besser?

Kunigunde. Der rechte Schlüssel nicht?

Käthchen (mit schwacher Stimme). Hilf Gott! Hilf Gott!

Der Graf vom Strahl. Komm herab, mein Kind!

Kunigunde. Laßt, laßt!

Der Graf vom Strahl. Komm herab, sag ich! Was sollst du ohne
Schlüssel dort? Komm herab!