Für diesen Zweck schienen mir diese Blätter vornehmlich geeignet. Denn sie sind ein Erbstück aus dem Nachlasse des großen Dichters, in dessen Verehrung und Liebe, wir, wie verschieden an Lebensalter und Stellung, einander zuerst freundschaftlich begegnet sind; ein bisher unbekannter Beitrag zu unserer nationalen Litteratur, der Sie, wie der Kunst, auch unter historischen Studien und politischen Kämpfen eine jugendfrische Neigung gewahrt haben; der Gesinnungsausdruck eines ebenso hochbegabten als unglücklichen Dichters, der wie Sie für die Wiedergeburt des Vaterlandes gestritten, den Sie selbst noch von Angesicht gekannt haben. Es irrt mich nicht, daß die Berührungen zwischen Ihnen, dem Staatsmanne, und dem Dichter nicht freundlicher Art gewesen sind. Persönlich unangenehme Erfahrungen haben Sie niemals gehindert gerecht zu sein, und Sie haben darum weder dem Menschen Ihre Theilnahme noch dem Dichter Ihre Anerkennung versagt. Die damals ausgesprochene Versöhnung wird heute zur historischen Sühne. Der Dichter ist nach schwerer Verirrung eingegangen in die Ehrenhalle unserer Litteratur; Sie haben seitdem fünfzig Jahre des reichsten Wirkens durchlebt, und stehen heute als gefeierter Greis voll seltener Jugendfrische und Theilnahme für Alles was die menschliche Brust bewegt, am Grabe des Dichters, der am Widerstreit des Lebens zu Grunde ging.

Und so wüßte ich Ihnen nur Eines noch zu wünschen, daß Ihnen die Fülle der Lebensgüter, die Sie besitzen, noch lange erhalten, und mir Ihre Freundschaft bewahrt bleiben möge.

Berlin, den 8. December 1861.

Rudolf Köpke.

Inhalt.

Seite
Einleitung[1]
I. Prosa.
1. Politische Satiren.
1.Brief eines rheinbündischen Officiers an seinen Freund[63]
2.Brief eines jungen märkischen Landfräuleins an ihren Onkel[64]
3.Schreiben eines Burgemeisters in einer Festung an einen Unterbeamten[68]
4.Brief eines politischen Pescherü über einen Nürnberger Zeitungsartikel[70]
5.Die Bedingung des Gärtners. Eine Fabel[73]
6.Lehrbuch der französischen Journalistik[74]
7.Katechismus der Deutschen, abgefaßt nach dem Spanischen, zum Gebrauch für Kinder und Alte[82]
2. Politische Aufrufe und Betrachtungen.
1.Einleitung zur Zeitschrift Germania[94]
2.Aufruf[96]
3.Was gilt es in diesem Kriege?[97]
4.Einleitung zu den Berliner Abendblättern. Gebet des Zoroaster[100]
5.Von der Ueberlegung. Eine Paradoxe[101]
6.Betrachtungen über den Weltlauf[103]
3. Erzählungen und Anekdoten.
1.Warnung gegen weibliche Jägerei[104]
2.Die Heilung[107]
3.Das Grab der Väter[110]
4.Der Griffel Gottes[112]
5.Muthwille des Himmels. Eine Anekdote[113]
6.Anekdote aus dem letzten Kriege[114]
7.Der Branntweinsäufer und die Berliner Glocken[115]
8.Tages-Ereigniß[116]
9.Der verlegene Magistrat. Eine Anekdote[117]
10.Charité-Vorfall[118]
11.Anekdote[119]
12.Räthsel[120]
13.Anekdote[120]
14.Anekdote[121]
4. Kunst und Theater.
1.Empfindungen vor Friedrich’s Seelandschaft[123]
2.Brief eines Mahlers an seinen Sohn[125]
3.Brief eines jungen Dichters an einen jungen Mahler[126]
4.Theater. Den 2. October: Ton des Tages, Lustspiel von Voß[128]
5.Unmaßgebliche Bemerkung[129]
6.Schreiben aus Berlin, den 28. October[131]
7.Die sieben kleinen Kinder[132]
8.Von einem Kinde, das kindlicher Weise ein anderes Kind umbringt[133]
5. Gemeinnütziges.
1.Allerneuester Erziehungsplan[136]
2.Entwurf einer Bombenpost[145]
3.Schreiben aus Berlin. 15. October[147]
4.Aëronautik[149]
II. In Versen.
1.Eine Legende nach Hans Sachs. Gleich und Ungleich[153]
2.Eine Legende nach Hans Sachs. Der Welt Lauf[156]
3.Epigramme:
1. Auf einen Denuncianten. Räthsel[160]
2. Wer ist der Aermste?[160]
3. Der witzige Tischgesellschafter[160]
4. An die Verfasser schlechter Epigramme[160]
5. Nothwehr[160]
Anmerkungen[161]

Einleitung.

I.

Wehe, mein Vaterland, dir! Die Leier zum Ruhm dir zu schlagen,

Ist, getreu dir im Schooß, mir, deinem Dichter, verwehrt,