Zweites Kapitel.
Von der Liebe zum Vaterlande.

Fr. Du liebst dein Vaterland, nicht wahr, mein Sohn?

Antw. Ja, mein Vater, das thu ich.

Fr. Warum liebst Du es?

Antw. Weil es mein Vaterland ist.

Fr. Du meinst, weil Gott es geseegnet hat mit vielen Früchten, weil viele schöne Werke der Kunst es schmücken, weil Helden, Staatsmänner und Weise, deren Namen anzuführen kein Ende ist, es verherrlicht haben?

Antw. Nein, mein Vater; Du verführst mich.

Fr. Ich verführte Dich?

Antw. Denn Rom und das ägyptische Delta sind, wie Du mich gelehrt hast, mit Früchten und schönen Werken der Kunst und Allem, was groß und herrlich sein mag, weit mehr geseegnet als Deutschland. Gleichwohl, wenn Deines Sohnes Schicksal wollte, daß er darin leben sollte, würde er sich traurig fühlen, und es nimmermehr so lieb haben, wie jetzt Deutschland.

Fr. Warum also liebst Du Deutschland?