Odysseus.
Doch jetzt, Doloperheld, wirst du gefällig,
Wenn dich ein Anderes nicht besser dünkt,
Mit uns dich ins Argiverlager werfen.
Die Söhne Atreus rufen uns zurück.
Wir werden mit verstelltem Rückzug sie
In das Skamandrosthal zu locken suchen,
Wo Agamemnon aus dem Hinterhalt
In einer Hauptschlacht sie empfangen wird.
Beim Gott des Donners! Nirgends, oder dort
Kühlst du die Brunst dir ab, die, rastlos drängend,
Gleich einem jungen Spießer, dich verfolgt:
Und meinen beßten Segen schenk' ich dir.
Denn mir ein Gräul auch, in den Tod verhaßt,
Schweift die Megäre, unsre Thaten störend,
Auf diesem Feld herum, und gern möcht' ich,
Gesteh' ich dir, die Spur von deinem Fußtritt
Auf ihrer rosenblüthnen Wange sehn.

Achilles. (sein Blick fällt auf die Pferde.)
Sie schwitzen.

Antilochus. Wer?

Automedon. (indem er ihre Hälse mit der Hand prüft)
Wie Blei.

Achilles. Gut. Führe sie.
Und wenn die Luft sie abgekühlt, so wasche
Brüst' ihnen und der Schenkel Paar mit Wein.

Automedon.
Man bringt die Schläuche schon.

Diomedes.—Hier siehst du wohl,
Vortrefflicher, daß wir im Nachtheil kämpfen.
Bedeckt, so weit das schärfste Auge reicht,
Sind alle Hügel von der Weiber Haufen;
Heuschrecken lassen dichtgeschloßner nicht
Auf eine reife Saatenflur sich nieder.
Wem noch gelang ein Sieg, wie er ihn wünschte?
Ist Einer, außer dir, der sagen kann,
Er hab' auch die Kenthaurinn nur gesehn?
Umsonst, daß wir, in goldnen Rüstungen,
Hervor uns drängen, unsern Fürstenstand
Lautschmetternd durch Trompeten ihr verkünden:
Sie rückt nicht aus dem Hintergrund hervor;
Und wer auch fern, vom Windzug hergeführt,
Nur ihre Silberstimme hören wollte,
Müßt' eine Schlacht, unrühmlich, zweifelhaft,
Vorher mit losem Kriegsgesindel kämpfen,
Das sie, den Höllenhunden gleich, bewacht.

Achilles. (in die Ferne hinaus schauend)
Steht sie noch da?

Diomedes. Du fragst?—

Antilochus. Die Königinn?