Prothoe. Was mich?—

Penthesilea.
Wen überwandst du, sag' mir an?

Prothoe. Lykaon,
Den jungen Fürsten der Arkadier.
Mich dünkt, du sahst ihn.

Penthesilea. So, so. War es jener,
Der zitternd stand, mit eingeknicktem Helmbusch,
Als ich mich den Gefangnen gestern—

Prothoe. Zitternd!
Er stand so fest, wie je dir der Pelide!
Im Kampf von meinen Pfeilen heiß getroffen,
Sank er zu Füssen mir, stolz werd' ich ihn,
An jenem Fest der Rosen, stolz, wie Eine,
Zu unserm heil'gen Tempel führen können.

Penthesilea.
Wahrhaftig? Wie du so begeistert bist.
Nun denn—er soll dir nicht entrissen werden!
—Führt aus der Schaar ihn den Gefangenen,
Lykaon, den Arkadier herbei!
—Nim, du unkriegerische Jungfrau, ihn,
Entfleuch, daß er dir nicht verloren gehe,
Aus dem Geräusch der Schlacht mit ihm, bergt euch
In Hecken von süß duftendem Holunder,
In der Gebirge fernsten Kluft, wo ihr
Wollüstig Lied die Nachtigall dir flötet,
Und fei'r es gleich, du Lüsterne, das Fest,
Das deine Seele nicht erwarten kann.
Doch aus dem Angesicht sei ewig mir,
Sie aus der Hauptstadt mir verbannt, laß den
Geliebten dich und seine Küße, trösten,
Wenn Alles, Ruhm dir, Vaterland und Liebe,
Die Königinn, die Freundinn untergeht.
Geh' und befreie—geh! ich will nichts wissen!
Von deinem hassenswürd'gen Anblick mich!

Meroe.
O, Königinn!

Eine andere Fürstinn. (aus ihrem Gefolge)
Welch ein Wort sprachst du?

Penthesilea. Schweigt, sag ich!
Der Rache weih' ich den, der für sie fleht!

Eine Amazone. (tritt auf)
Achilles nahet dir, o Herrscherinn!