Prothoe. O frage nicht, Großherz'ger!—
Wenn sie jetzt freudig an der Hoffnung Hand
Ins Leben wiederkehrt, so sei der Sieger
Das Erste nicht, das freudlos ihr begegnet.
Wie manches regt sich in der Brust der Frauen,
Das für das Licht des Tages nicht gemacht.
Muß sie zuletzt, wie ihr Verhängniß will,
Als die Gefangne schmerzlich dich begrüßen,
So fordr' es früher nicht, beschwör ich dich!
Als bis ihr Geist dazu gerüstet steht.

Achilles.
Mein Will' ist, ihr zu thun, muß ich dir sagen,
Wie ich dem stolzen Sohn des Priam that.

Prothoe.
Wie, du Entsetzlicher!

Achilles.—Fürchtet sie dies?

Prothoe.
Du willst das Namenlos' an ihr vollstrecken?
Hier diesen jungen Leib, du Mensch voll Greuel,
Geschmückt mit Reizen, wie ein Kind mit Blumen,
Du willst ihn schändlich, einer Leiche gleich—?

Achilles.
Sag' ihr, daß ich sie liebe.

Prothoe. Wie?—Was war das?

Achilles.
Beim Himmel, wie! Wie Männer Weiber lieben;
Keusch und das Herz voll Sehnsucht doch, in Unschuld,
Und mit der Lust doch, sie darum zu bringen.
Ich will zu meiner Königinn sie machen.

Prothoe.
Ihr ew'gen Götter, sag' das noch einmal.
—Du willst?

Achilles. Kann ich nun bleiben?