Achilles.
Mein Schwan singt noch im Tod': Penthesilea.
Penthesilea.
Die Freiheit schenk' ich dir, du kannst den Fuß
Im Heer der Jungfraun setzen, wie du willst.
Denn eine andre Kette denk' ich noch,
Wie Blumen leicht, und fester doch, als Erz,
Die dich mir fest verknüpft, um's Herz zu schlagen.
Doch bis sie zärtlich, Ring um Ring, geprägt,
In der Gefühle Glut, und ausgeschmiedet,
Der Zeit nicht, und dem Zufall, mehr zerstörbar,
Kehrst du, weil es die Pflicht erheischt, mir wieder,
Mir, junger Freund, versteh' mich, die für jedes,
Sei's ein Bedürfniß, sei's ein Wunsch, dir sorgt.
Willst du das thun, sag an?
Achilles. Wie junge Rosse
Zum Duft der Krippe, die ihr Leben nährt.
Penthesilea.
Gut. Ich verlaß' mich drauf. Wir treten jetzt
Die Reise gleich nach Themiscyra an;
Mein ganzer Harras bis dahin ist dein.
Man wird dir purpurne Gezelte bringen,
Und auch an Sclaven nicht, dich zu bedienen,
Wird's deinem königlichen Willen fehlen.
Doch weil mich, auf dem Zuge, du begreifst,
So manche Sorge fesselt, wirst du dich
Noch zu den übrigen Gefangnen halten:
In Themiscyra erst, Neridensohn,
Kann ich mich ganz, aus voller Brust, dir weihn.
Achilles.
Es soll geschehn.
Penthesilea. (zu Prothoe)
Nun aber sage mir,
Wo weilt auch dein Arkadier?
Prothoe. Meine Fürstinn—
Penthesilea.
So gern von deiner Hand, geliebte Prothoe,
Mögt' ich bekränzt ihn sehn.
Prothoe. Er wird schon kommen.—
Der Kranz hier soll ihm nicht verloren gehn.
Penthesilea. (aufbrechend)
Nun denn—mich rufen mancherlei Geschäfte,
So laßt mich gehn.