Diomedes. Rasender!
Achilles. Er hört mich nicht!
Was er im Weltkreis noch, so lang er lebt,
Mit seinem blauen Auge nicht gesehn,
Das kann er in Gedanken auch nicht fassen.
Diomedes.
Du willst—? Nein, sprich! Du willst—?
Achilles. (nach einer Pause)—Was also will ich?
Was ist's, daß ich so Ungeheures will?
Diomedes.
Du hast sie in die Schranken bloß gefordert,
Um ihr—?
Achilles. Beim wolkenrüttelnden Kroniden,
Sie thut mir nichts, sag' ich! Eh' wird ihr Arm,
Im Zweikampf gegen ihren Busen wüthen,
Und rufen: "Sieg!" wenn er von Herzblut trieft,
Als wider mich!—Auf einen Mond bloß will ich ihr,
In dem, was sie begehrt, zu Willen sein;
Auf einen oder zwei, mehr nicht: das wird
Euch ja den alten, meerzerfreßnen Istmus
Nicht gleich zusammenstürzen!—Frei bin ich dann,
Wie ich aus ihrem eignen Munde weiß,
Wie Wild auf Haiden wieder; und folgt sie mir,
Beim Jupiter! ich wär' ein Seeliger,
Könnt' ich auf meiner Väter Thron sie setzen.
Ulysses. (kommt)
Diomedes.
Komm her, Ulyß, ich bitte dich.
Ulysses. Pelide!
Du hast die Königinn ins Feld gerufen;
Willst du, ermüdet, wie die Schaaren sind,
Von Neu'm das oftmißlung'ne Wagstück wagen?
Diomedes.
Nichts, Freund, von Wagestücken, nichts von Kämpfen;
Er will sich bloß ihr zu gefangen geben.