Der Prinz von Homburg (nachdem er einen Blick hineingetan,
wendet sich, und sieht sich im Kreis der Offiziere um).
Kottwitz, gib deine Hand mir, alter Freund!
Du tust mir mehr, als ich, am Tag der Schlacht,
Um dich verdient! Doch jetzt geschwind geh hin
Nach Arnstein wiederum, von wo du kamst,
Und rühr dich nicht; ich habs mir überlegt,
Ich will den Tod, der mir erkannt, erdulden!
(Er übergibt ihm die Schrift.)

Kottwitz (betroffen).
Nein, nimmermehr, mein Prinz! Was sprichst du da?

Hohenzollern.
Er will den Tod—?

Graf Truchß. Er soll und darf nicht sterben!

Mehrere Offiziere (vordrängend).
Mein Herr und Kurfürst! Mein Gebieter! Hör uns!

Der Prinz von Homburg.
Ruhig! Es ist mein unbeugsamer Wille!
Ich will das heilige Gesetz des Kriegs,
Das ich verletzt', im Angesicht des Heers,
Durch einen freien Tod verherrlichen!
Was kann der Sieg euch, meine Brüder, gelten,
Der eine, dürftige, den ich vielleicht
Dem Wrangel noch entreiße, dem Triumph
Verglichen, über den verderblichsten
Der Feind' in uns, den Trotz, den Übermut,
Errungen glorreich morgen? Es erliege
Der Fremdling, der uns unterjochen will,
Und frei, auf mütterlichem Grund, behaupte
Der Brandenburger sich; denn sein ist er,
Und seiner Fluren Pracht nur ihm erbaut!

Kottwitz (gerührt).
Mein Sohn! Mein liebster Freund! Wie nenn ich dich?

Graf Truchß.
O Gott der Welt!

Kottwitz. Laß deine Hand mich küssen!

(Sie drängen sich um ihn.)