Der Prinz von Homburg. Bei meinem Eid!
Ich weiß nicht, liebster Heinrich, wo ich bin.
Hohenzollern.
In Fehrbellin, du sinnverwirrter Träumer;
In einem von des Gartens Seitengängen,
Der ausgebreitet hinterm Schlosse liegt!
Der Prinz von Homburg (für sich).
Daß mich die Nacht verschlang! Mir unbewußt
Im Mondschein bin ich wieder umgewandelt!
(Er faßt sich)
Vergib! Ich weiß nun schon. Es war, du weißt, vor Hitze,
Im Bette gestern fast nicht auszuhalten.
Ich schlich erschöpft in diesen Garten mich,
Und weil die Nacht so lieblich mich umfing,
Mit blondem Haar, von Wohlgeruch ganz triefend
Ach! wie den Bräutgam eine Perserbraut,
So legt ich hier in ihren Schoß mich nieder.
—Was ist die Glocke jetzo?
Hohenzollern. Halb auf Zwölf.
Der Prinz von Homburg.
Und die Schwadronen, sagst du, brachen auf?
Hohenzollern.
Versteht sich, ja! Glock zehn; dem Plan gemäß!
Das Regiment Prinzessin von Oranien,
Hat, wie kein Zweifel ist, an ihrer Spitze
Bereits die Höhn von Hackelwitz erreicht,
Wo sie des Heeres stillen Aufmarsch morgen,
Dem Wrangel gegenüber decken sollen.
Der Prinz von Homburg.
Es ist gleichviel! Der alte Kottwitz führt sie,
Der jede Absicht dieses Marsches kennt.
Zudem hätt ich zurück ins Hauptquartier
Um zwei Uhr morgens wieder kehren müssen,
Weil hier Parole noch soll empfangen werden:
So blieb ich besser gleich im Ort zurück.
Komm; laß uns gehn! Der Kurfürst weiß von nichts?
Hohenzollern.
Ei, was! Der liegt im Bette längst und schläft.