Kurfürstin.
Was bringst du, Herold des Entsetzens, mir?
Mörner.
Was diese Augen, leider, teure Frau,
Zu meinem ewgen Jammer, selbst gesehn.
Kurfürstin.
Wohlan! Erzähl!
Mörner. Der Kurfürst ist nicht mehr!
Natalie. O Himmel!
Soll ein so ungeheurer Schlag uns treffen?
(Sie bedeckt sich das Gesicht.)
Kurfürstin.
Erstatte mir Bericht, wie er gesunken!
—Und wie der Blitzstrahl, der den Wandrer trifft,
Die Welt noch einmal purpurn ihm erleuchtet,
So laß dein Wort sein; Nacht, wenn du gesprochen,
Mög über meinem Haupt zusammenschlagen.
Mörner (tritt, geführt von den beiden Reutern, vor ihr).
Der Prinz von Homburg war, sobald der Feind,
Gedrängt von Truchß, in seiner Stellung wankte,
Auf Wrangel in die Ebne vorgerückt;
Zwei Linien hatt er, mit der Reuterei,
Durchbrochen schon, und auf der Flucht vernichtet,
Als er auf eine Feldredoute stieß.
Hier schlug so mörderischer Eisenregen
Entgegen ihm, daß seine Reuterschar,
Wie eine Saat, sich knickend niederlegte:
Halt mußt er machen zwischen Busch und Hügeln,
Um sein zerstreutes Reuterkorps zu sammeln.
Natalie (zur Kurfürstin).
Geliebte! Fasse dich!
Kurfürstin. Laß, laß mich, Liebe!